Bericht zur Fahrt im Oktober 2020

Brigitte Seidel vom "Tierschutz mal anders" bringt alle Hunde persönlich in ihr neues Zuhause.

Hier berichtet sie von ihrer Tour im Oktober 2020.
Der Himmel öffnete seine Schleusen, doch alle Hunde sind gut angekommen.
Bereits am Vormittag startete ich in Richtung Grenze Heiligkreuz.
Gerade mal vier Kilometer gefahren merkte ich, dass es Paula nicht gut geht. Sie erbrach sich im Auto.
Ich hielt an und machte die Box sauber. Paula kam aber nicht zurück in die Box, sondern ich sicherte sie auf dem Beifahrersitz.
Nachdem wir Zalaegerszeg hinter uns gelassen haben nahm ich einen Duft war, der nicht von der großen weiten Welt stammte.
Erneut war ich gezwungen stehen zu bleiben, denn Paula löste sich von ihrem Darminhalt. Der musste nun entsorgt werden. Danach schlief die kleine Pupsnase ruhig und friedlich auf der Decke des Beifahrersitzes ein.
So fuhren wir problemlos bis an die Grenze nach Heiligkreuz.
Dort fragte mich ein total vermummter österreichischer Zöllner wohin die Fahrt geht.
Ein ungarischer Zollbeamter kam hinzu und wollte alle meine Papiere haben, die ich ihm auch sofort überreichte.
Er war begeistert von meinem Vorhaben, was ich ihm so gut ich konnte auf ungarisch erklärte.
Er gab einen Daumen hoch für den Verein und ich durfte weiterfahren.
Ich kam mal gerade bis kurz vor Graz. Die Hunde machten keine Probleme. Alle verhielten sich ruhig.
Während der Pausen waren alle nur darauf bedacht mal sich zu lösen und ein wenig herumzuschnüffeln.
Der lange Autobahntunnel in Graz war gesperrt. Der Verkehr wurde umgeleitet über eine wunderschöne und landschaftlich reizvolle Bergstrecke.
Irgendwann ging es weiter auf der Autobahn Richtung Passau. Hier gab es zwar einige Baustellen, aber die waren unproblematisch.
Kurz vor München staute sich der Verkehr. Drei Stunden Umleitung lagen vor uns, doch die Hundchen blieben ruhig und gelassen.
Erst mit Einbruch der Dunkelheit erreichten wir Wangen, wo meine Tochter wohnt.
Dort ging es direkt in den Garten, wo sich die kleinen Pupsnasen noch mal so richtig austoben konnten, bevor die Nachtruhe begann.
Auch ich war hundemüde, schlief aber heute auf dem Sofa.
So konnte ich schnell mit Fellnasen raus, wenn es der Fall sein würde.
Am nächsten Morgen musste ich zu einer Kontrolle beim Veterinäramt erscheinen.
Mit einigen der Fellnasen im Auto erschien ich also pünktlich zum angegebenen Termin.
Gewisse Personen, deren negativer Bekanntheitsgrad in letzter Zeit immer größer wird, hatten mich wie erwartet erneut beim Veterinäramt in Ravensburg angeschwärzt.
Die Mitarbeiter dort sind per Gesetz angehalten zu prüfen, ob die Beschwerden der besagten Personen den Tatsachen entsprechen.
Der Vorwurf lautete unter anderem: ich sei nicht so, wie ich mich gebe und leide an Alzheimer. Auch hätte ich nicht mehr alle Sinne beisammen und man solle nur nicht vergessen, das Auto genau zu untersuchen.
Die Mitarbeiter des Veterinäramts kamen sich während der Befragung und anschließenden Untersuchung verständlicherweise irgendwie blöde vor. Sie konnten absolut nichts anomales feststellen. Auch das Auto wurde für ok befunden.
Schlussendlich zeigte es doch nur, dass diese Menschen anscheinend psychische Störungen haben und mit ihrer Situation bzw. mit ihrem Leben nicht klar kommen.
Eine fachärztliche Therapie, ggf. in einer Spezialklinik, könnte in diesem Fall sicherlich Wunder wirken.
Wie auch immer, letztendlich sind diese Personen doch recht armselige Geschöpfe.
Auf der einen Seite geben sie vor, sich für Tiere einzusetzen.
Auf der anderen Seite versuchen sie mit falschen Anschuldigungen und persönlichen Bedrohungen bis hin zu strafbaren Delikten, den Menschen die sich wirklich engagieren immensen Schaden zuzufügen.
Doch ich bin nicht die Einzige, die darunter zu leiden hat.
So manche Nachrichten von wirklich wahren Tierschützern machen mich einfach nur noch traurig.
Vom Amt fuhr ich also zurück zu meiner Tochter nach Wangen.
Am Nachmittag machten wir uns gemeinsam auf den Weg, um ein paar nötige Dinge zu kaufen.
Durch die Welpen sind meine Kaffeetassen arg geschrumpft und mussten erneuert werden. Das ließ ich mir bei TEDI nicht zweimal sagen. Ein Angebot mit Kaffeetassen für 2 Euro, mit ausreichendem Volumen für Andys Kaffeebedarf.
Wieder daheim ging es mit den Welpen in den Garten.
Abends fielen mir die Augen vor dem Fernseher zu.
Um 5 Uhr wollte ich aufstehen, um in die Schweiz zu fahren.
Hat leider nicht geklappt. Es wurde 7 Uhr, bevor ich meine Augen aufbekam.
Es ging es los in Richtung Lustenau.
Im Navi gab ich den Ort ein. Google Maps leitete mich aber nicht nach Lustenau, sondern an eine Zollstelle die von keiner Seite besetzt war.
Na ja, dann eben nicht, ich fuhr weiter.
Nach einigen Minuten begann es zu regnen. Doch es blieb nicht beim Regen, sondern es entwickelte sich ein arger Sturm. So manches Mal dachte ich: ´oh Gott, das Auto wird aber vom Sturm ganz arg auf die Seite gedrückt´.
Ich musste hochkonzentriert fahren. Aber das mach ich ja eigentlich immer.
Die 4 Hunde verhielten sich absolut ruhig im Auto. Paula lag schlafend bei mir auf dem Beifahrersitz, natürlich angegurtet.
Unsere erste Station erreichten wir noch einigermaßen gut.
Das Unwetter hatte ein wenig nachgelassen und es schien die Sonne.
Ich suchte mir einen Platz, wo ich mich mit dem Smartphon einloggen konnte und wurde zu einem Parkplatz gelotst.
Zuerst ließ ich Paula aus dem Auto. Als die neue Familie zum Auto kam um Elli zu sehen, setzte ich Paula wieder in die Box.
Elli begrüßte ihre neue Familie sehr lebhaft. Ich sah begeistert, wie gut sie auf die neuen Mitbewohner reagierte.
Nachdem Elli draußen ihr Geschäft verrichtete, kam ein erstes kleines Problem.
Sie war es nicht gewohnt, eine so große Treppe herauf zu steigen. Zumal es an den Seiten etwas größere Löcher gab. Langsam und vorsichtig wurde Elli die Treppe hoch geführt. Schließlich sollte nichts passieren.
Das wird sicher eine der ersten Übungen werden, die man mit ihr durchführen muss.
Oben angekommen lief die kleine Maus die ganze Wohnung ab und erwischte dabei auch gleich die Kuscheltiere der Tochter.
Das war nicht so gedacht, denn für Elli hatte man schon eigene Sachen gekauft.
Es dauerte nicht lange, da wurde sie zum Intelligenztest animiert. Man merkte wie es der Kleinen Spaß machte, die Leckerchen zu erhaschen.
Das hat sie gleich ausgezeichnet hinbekommen, die kleine Elli.
Dann ging es auf die große Terrasse. Dort hat man sie aber nicht allein gelassen, denn sonst wäre der eine oder andere Blumentopf Elli´s Temperament zum Opfer gefallen.
So eine tolle Terrasse hätte ich auch gern.
Überhaupt, Elli lebt jetzt in einem wunderschönen Zuhause.
Nach einigen Erklärungen machte ich mich wieder auf den Weg.
Paula sollte als nächstes ihr neues Zuhause kennenlernen. Auf der Weiterfahrt gab es sehr viele Baustellen. Goggle verweigerte mir den Dienst und auch das Handy wollte nicht mehr wie ich.
Um Zürich und Pfeffikon oder so ähnlich drehte ich einige unnützige Runden.
Irgendwann reichte es mir. Auf einem Parkplatz eines Lokals fragte ich nach einer Möglichkeit, wie ich in ein gewisses Einkaufzentrum komme. Ich hatte absolut keine Ahnung mehr, wie ich ohne Navi und Maps fahren sollte.
Man erklärte es mir und riet mir, doch besser dorthin zu laufen.
Man verfahre sich leider dort sehr oft, wenn man sich nicht auskennt.
Zu Fuß ging ich zu einem Elektronik-Anbieter und wollte mir ein neues Navi kaufen. Der Verkäufer war sehr freundlich und gab mir einige zur Auswahl. Klar, ich wollte natürlich die billigste Version.
Schließlich musste ich das Geld beisammen halten.
Bestimmt kommen über kurz oder lang die nächsten Notfellchen.
Der Verkäufer nahm das Navi aus dem Regal und erklärte mir, dass ich es in vier Stunden abholen könne.
"Wie, in vier Stunden kann ich es abholen? Ich brauch es sofort."
"Nein, das geht nicht. Es muss erst geladen werden."
Verdammte Schei... Auch das noch. Ich erklärte ihm, dass es dann keinen Sinn für mich macht.
Ich bat ihn, mir auf seinem PC die Karte aufzurufen und eventuell auszudrucken.
So wüsste ich wenigstens wo ich lang muss. Er zeigte es mir auf dem PC. Ausdrucken, so erklärte er, geht leider nicht.
Ich prägte mir den Weg ein, ging zum Auto um endlich weiter zu kommen.
Ach ne, wieder eine Umleitung. Ich stand wieder wie der Ochs vorm Berg.
Also fuhr ich zur nächsten Tankstelle und erklärte dem Tankwart, dass ich eine Straßenkarte brauche.
Kein Problem. Für umgerechnet 20 Euro kann ich sie haben. Mir blieb nichts anderes übrig, ich kaufte die Karte.
Im Auto musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass alles extrem klein kleingedruckt war. Da finde ich nie wo ich hin muss. Also zurück in die Tankstelle. Der nette Mann zeigte mir auf der Karte, wo ich hin musste. Denn dort sollte Paula ihr neues Zuhause finden.
Eigentlich ganz einfach zu finden, nachdem ich immer in eine falsche Richtung gelotst wurde.
Paula wurde von zwei jungen Männern empfangen. Man sah, es war Liebe auf den ersten Blick. Paula erkundete sofort den Garten. Der emsig arbeitenden Nachbarin würdigte sie keinen einzigen Blick.
Paula´s Blick hing an den beiden jungen Männern. Verständlich für so eine süße kleine Maus. Sie verrichtet ihr Geschäft und tollte umher.
Lange hielt ich mich diesmal dort nicht auf. Es wurde bereits langsam dunkel und Bonzo sollte ja auch noch in sein neues Zuhause.
Rasch ging es weiter.
Ich wollte mich noch darauf vorbereiten, meinen geliebten Bonzo abgeben zu müssen.
Die Fahrt führte ins Oberland, immer weiter bergauf.
Es war fast dunkel und ich suchte nach Bonzo´s neuem Zuhause.
Mit Sicherheit fuhr ich zehn Mal durch einen Ort hin und her. Ich fand einfach nicht den Pass, über den ich fahren sollte.
Plötzlich stand ich auf einer Almwiese vor einem großen Bauernhof.
Dort wollte ich fragen, wo es lang geht. Jedoch öffnete mir keiner.
Also wieder zurück ins Dörfli und ab zur Polizei.
Der Gendarm sah mich an als wollte er sagen: ´ist doch ganz einfach. Sie müssen nur in diese Richtung fahren. Dort steht es dann auf dem Schild.
Doch das Schild musste wohl erst noch gemalt werden. Zumindest fand ich es nicht.
Also erneut eine Runde drehen. Und das nach solch einem Sauwetter. Alle Bergwege waren total voll Wasser.
Ich war nahe dran, wollte aufgeben und im Auto schlafen.
Einen erneuten Anlauf wollte ich noch wagen.
Ich steuerte auf einen Parkplatz zu und fragte dort die jungen Leute, wo ich denn lang fahren muss.
"Ist doch ganz einfach, immer in diese Richtung." Toll, das war mal ein Hinweis. Also fuhr ich erneut in diese Richtung, die ich ja eigentlich schon zig Mal gefahren bin.
Doch es kam wie es kommen musste. Diesen blöden Pass gab es wohl überhaupt nicht. Zumindest konnte ich ihn ohne Navi nicht finden.
Wieder zurück zum Parkplatz.
Jetzt versuchte ich, die neuen Besitzer von Bonzo anzurufen.
Ich erklärte ihnen, ich könne diesen ominösen Pass nicht finden.
Wir sollten einen Treffpunkt ausmachen, um uns abzuholen. Kurz darauf trafen wir uns im Ort an der Kirche.
Endlich hatte ich das Gefühl, es geht aufwärts. Und zwar diesen blöden Bergpass.
So war es dann auch. Nach einigen Minuten waren wir auf dem Pass.
Es gab tatsächlich ein Schild. Das sah ich aber erst nach 20 Minuten Fahrzeit. So viel zum Thema ´ist doch ganz einfach zu finden´.
Endlich waren wir bei den neuen Lebensbegleitern meines über alles geliebten Bonzo.
Er freute sich einen Ast weg, als er seine neuen Menschen sah.
Insgeheim hatte ich gehofft, ich kann ihn wieder mitnehmen.
Doch Bonzo passte zu den neuen Menschen wie man so schön sagt, wie die Faust aufs Auge. Er ließ sich knuddeln und kam nur noch selten zu mir.
Plötzlich beschlich mich eine tiefe Traurigkeit. Bonzo, der schon so lange mein Leben begleitete, musste ich nun abgeben.
Er war wirklich angekommen. Da wo er als Einzelhund alles hatte, was er bei mir im Rudel oft vermisste.
Gleich die erste Nacht schlief Bonzo vor dem Bett seiner neuen Hundemama.
Vor dem Bett, in dem ich schlafen dufte, legte sich Schatzi zu Nachtruhe.
Meine Trübsal über den "Verlust" von Bonzo verging recht bald und wich einem inneren Glücksgefühl.
Ich freute mich für ihn.
Als Bonzo mich am nächsten Morgen begrüßte war es als wolle er sagen: ´danke, das hast du gut gemacht´.
Gleich nach dem Frühstück machte ich mich mit Schatzi auf den Weg ins Emmental.
Für die Fahrtstrecke hatte man mich mit einer guten Wegbeschreibung aufgeklärt.
Es konnte also nichts schief gehen.
Es war eine sehr schöne Strecke. Was mich begeisterte, fast alle Häuser hier in der Schweiz sahen aus wie ein Schmuckstück. Oft außen hübsch ausdekoriert und der Blumenschmuck war herrlich anzusehen.
Dazu noch die tolle Landschaft.
Jeder wird verstehen, warum ich immer wieder gern in die Schweiz fahre.
Auch an Adelboden kam ich vorbei. Alte Erinnerungen an Mailo und die abenteuerliche Fahrt auf den Berg wurden wieder wach.
Kurz vor Emmental hielt ich noch einmal an und verdrückte einige Tränen um Bonzo.
Vor der Schaukäserei im Emmental rief ich Schatzi´s neue Hundemama an.
Sie sollte uns von dort abholen. Es dauerte nicht lange und sie parkte direkt neben meinem Auto.
Schatzi war anfangs nicht sehr erfreut und flüchtete zu mir. Aber auch das war ganz normal.
Obwohl die Kleine erst kurze Zeit bei mir lebte, zwischenzeitlich waren wir bereits ein Herz und eine Seele geworden.
Gemeinsam fuhren wir zu einem Biohof, wo die neue Mama wohnte.
Schatzi begrüßte sofort die scheinschwangere Bernersennen-Hündin, die sich drauf hin schnell verzog. Nun zeigte auch Schatzi kein großes Interesse mehr.
In der Wohnung hingegen gab es alles mögliche abzuschnüffeln.
Die Anspannung fiel langsam von Schatzi ab.
Zusammen wollten wir nun schauen, wie sich Schatzi gegenüber anderen Tieren verhält.
Kühe, Enten, Hühner, Hasen, Schweine, und noch so viele andere Tiere.
Schatzi zeigte so gut wie kaum Interesse daran. Damit wären eventuelle Probleme gleich beseitigt.
Auch dieser kleine Hundeschatz gab mir zu verstehen: ´ich bin angekommen´.
Demzufolge verabschiedete ich mich, um mich auf die Heimreise Richtung Allgäu zu machen.
Am späten Nachmittag erreichte ich Wangen.
Am nächsten Morgen, in aller Herrgottsfrühe, machte ich mich wieder auf den Weg nach Ungarn.
Wegen Korona wurde ich diesmal zu zehn Tagen Stubenarrest verdonnert.
Meine nächste Fahrt wird wohl im November sein, denn Rosi wird in Ravensburg ein neues Zuhause finden.
de en fr hu it 

Wir suchen ein Zuhause

"Man kann nicht allen
helfen",
sagt der Engherzige
und hilft keinem.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Aktuell sind 172 Besucher online